Antarktische Pilze sind fit genug für den Sprung auf den Mars

Der Mars bleibt weiterhin fest im Visier von ESA und DLR. Und die Frage nach Leben auf dem Roten Planeten verdichtet sich: Forscher der Weltraumorganisation und des deutschen Forschungszentrums haben nachgewiesen, dass einige Organismen der Erde auch unter den harschen Bedingungen des roten Nachbarn existieren könnten. Dafür schickten sie Proben von Mikropilzen aus der Antarktis und Flechten aus den Alpen und Spanien mit der Versuchsplattform Expose-E (Foto) auf die Internationale Raumstation ISS. Dort ließen sie sie 18 Monate in einer nachgestellten Mars-Atmosphäre gedeihen: 95 % CO2-Gehalt in der Luft bei einem Luftdruck von 1 000 Pascal (das ist nur 1 % des atmosphärischen Drucks auf der Erde), dazu eine gefährlich hohe UV-Strahlung, so wie sie auch am Boden des Roten Planeten herrscht. Alles andere als angenehme Lebensbedingungen! Und doch: 60 % der Zellen in den Proben waren nach der Kraftanstrengung noch intakt! "Essen kann man diese Organismen nicht", erklärt Jean-Pierre de Vera vom DLR, "aber sie sind entscheidend für die Bodenbildung. Man zählt sie zu den Pionierorganismen. Sie erodieren das Gestein auf biologische Art und Weise und bereiten es so für höhere Organismen auf, bis hin zu Pflanzen." Ein großer Schritt für die Menschheit … und für die Landwirtschaft auf dem Mars also, irgendwann einmal!

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