Bioremediation: Meeresschwämme sind fleißige Wasserfilter

Was bei der eigenen Körperpflege schon gut funktioniert, kann für die Meeresreinigung ja nicht schlecht sein! So oder so ähnlich dürfte die Devise von Pierre Sauleau gelautet haben, als er sich daran machte, verschiedene Meeresschwämme auf ihre Fähigkeit als Chemikalienfilter hin zu untersuchen. Und tatsächlich, die Studien des Experten für marine Chemie an der Universität der Südbretagne (Frankreich) fielen äußerst vielversprechend aus: Pro Tag, so berechnete Sauleau, kann ein Schwamm bis zu 20 Kubikmeter Wasser pro Kilogramm Körpergewicht filtern und entzieht seinem Lebenselement dabei eine ganze Reihe von Umweltgiften – angefangen bei Schweröl über Bleirückstände bis hin zu bestimmten Bakterienstämmen, die sonst küstennahen Muschelbänken das Leben schwer machen würden. Diese Form der biologischen Wasserreinigung nennt man in der Wissenschaft auch Bioremediation. "Meeresschwämme könnten effektiv zum Gewässerschutz beitragen. Sie halten die Wasserqualität stabil und wären selbst zur Reinigung stark verschmutzter Zonen einsetzbar", erklärt Sauleau. "Es muss aber immer Sorge getragen werden, dass sie die Schadstoffe und ihre Abbauprodukte nicht wieder ins Wasser abgeben. Holt man die Schwämme deshalb später an Land, müssen sie unbedingt fachgerecht entsorgt werden." Bioremediation, so wie sie Sauleau hier vorschlägt, lässt vor allen Dingen die Austernzüchter in seinem Heimatland aufhorchen: Deren kostbare Bestände leiden nämlich zunehmend unter Wasserverschmutzung, Algenblüten und Bakterienepidemien. 

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