Die Zukunft der Arbeit

Längst können Industrieroboter mit höchster Genauigkeit lackieren, schleifen und schweißen. Doch  zu intelligenter Teamarbeit waren sie lange Zeit nicht in der Lage. Das könnte sich schnell ändern, denn Roboter der neuen Generation nehmen ihre Umwelt wahr und können sich Veränderungen flexibel anpassen. Nach den Arbeitern müssen nun auch intellektuelle Berufe die Konkurrenz der Maschinen fürchten: Nur wenige Jahrzehnte nach der Einführung des ersten PCs machen Maschinen dem Menschen die Fähigkeit zu lernen streitig.

So gewann Watson (IBM) 2011 das TV-Spiel Jeopardy und der Computer Alpha Go (Google) gewann März 2016 im hochkomplizierten Brettspiel Go vier von fünf Partien gegen den südkoreanischen Profi Lee Sedol. Watson hat mittlerweile Onkologie studiert und wird schon bald genauere Diagnosen stellen können als die besten Ärzte. Juristen und Anwälte bekommen ebenfalls bereits Verstärkung von Hochleistungscomputern, die die gesamte Rechtsprechung eines Falls im Handumdrehen analysieren. Und auch Journalisten werden für bestimmte einfache Artikelformen mehr und mehr von Robotern ersetzt.

Mit diesen rasanten Veränderungen zeichnet sich ab, dass die "vierte industrielle Revolution" nicht nur zu wertvollen Fortschritten in der Biotechnologie geführt hat, sondern auch massive Jobverluste in den Industrieländern mit sich bringt. Eine Januar 2016 auf dem Weltwirtschaftsforum in Davos veröffentlichte Studie prognostiziert den Verlust von fünf Millionen Arbeitsplätzen in den nächsten fünf Jahren aufgrund von Robotern und Algorithmen. Die Konkurrenz der Maschinen wird nur wenige Berufsbilder in den westlichen Industrieländern verschonen, besonders pessimistischen Berechnungen zufolge stehen über die Hälfte aller Jobs in den westlichen Industrieländern auf der Liste der gefährdeten Berufe. Bedroht sind neben gering qualifizierten Berufen in der Industrie vor allem Jobs in Verwaltung und Büro. Eng wird es durch fahrerlose Autos und automatisierte Transaktionen auch für Jobs in Straßen- und Güterverkehr, in Supermärkten, Banken sowie bei Post- und Zustelldiensten. Führungskräfte, Akademiker und Ärzte bleiben vorerst verschont... und natürlich auch IT-Spezialisten. Die geschätzten   zwei Millionen neue Stellen, die für Spezialisten für Computer und Technik bis zum Jahr 2020 neu entstehen sollen, ersetzen jedoch nur weniger als die Hälfte der wegfallenden Jobs.