Fische, Muscheln und Seerosen: ein Roboter-Ökosystem in der Lagune von Venedig

Technik aus der Natur für die Natur: Zur Überwachung der Umweltbedingungen in der Lagune von Venedig haben sich die Forscher des EU-Projekts "subCULTron" ein ganz besonderes Monitoringsystem einfallen lassen – eine Unterwasser-Gesellschaft aus autonomen Fisch-, Muschel- und Seerosen-Robotern! Die drei Robotergattungen decken das gesamte Spektrum der Wasseranalyse ab: Temperatur, Trübe, Salzgehalt, Strömung und Tiefe; auch Fotos von Flora und Fauna sollen gemacht werden. Die 1 m hohen aMUSSELS (von Muscheln inspirierte Roboter) sind am Meeresgrund fixiert, während sich die aFISH frei durch die Lagune bewegen und bei Bedarf auch die Muscheln am Boden umsetzen können. An der Wasseroberfläche schwimmen dazu noch die aPADs – 2 m große Basis-Stationen in Form von Seerosen, an denen die aFISH andocken und ihre Batterien aufladen können, und von wo aus dann die gesammelten Daten ins Labor übermittelt werden. Die Kommunikation der "Schwarmtiere“ untereinander funktioniert über verschiedene Kanäle: WLAN, Bluetooth, elektrische Felder und Blinksignale im Nahfeld; mobile Datenübermittlung und Hydro-Akustik aus der Distanz. Aber haben die Forscher gar keine Angst, dass der künstliche Neubesatz von den alteingesessenen Lagunenbewohnern angegriffen wird? Thomas Schmickl von der Karl-Franzens-Universität Graz (Österreich) gibt sich gelassen: "Nein. Dafür sind die Roboter zu groß und schmecken zu schlecht. Und wenn doch, dann haben wir Daten aus dem Inneren von Fischen, auch nicht schlecht. In diesem Fall werden wir den Roboter eben in Jonas umbenennen.“ Humor haben sie, die Forscher von subCULTron. Ihr Projekt allerdings ist fern davon, ein Scherz zu sein: Im Herbst 2016 soll mit den ersten Aufbauten vor Venedig begonnen werden.