Künstliche Beatmung für Korallenriffe unter Klimastress

Die Versauerung der Meere macht nicht nur Muscheln zu schaffen, auch Korallen und ihren Kalkskeletten setzt sie zu – und zwar so weit, dass bereits 30 bis 60 % aller Korallenriffe seit der Industriellen Revolution verschwunden sein sollen. Mit den Nesseltieren stirbt auch immer ein ganzes Ökosystem, denn Korallenriffe sind Lebensgrundlage und Wohnraum für viele andere Arten. Ihr Aussterben wäre für das ökologische Gleichgewicht im Meer fatal. Forscher der Universität Stanford haben nun eine sehr einfache und kostengünstige Methode entdeckt, mit der Riffe vor der Versauerung geschützt werden können: Luftbläschen. Die nämlich entziehen dem Wasser das in ihm gelöste CO2, tragen es an die Wasseroberfläche und beschleunigen so den Gasaustausch mit der Atmosphäre. Wenige Stunden "künstlicher Beatmung" in den frühen Morgenstunden – wenn die CO2-Konzentrationen im Wasser am höchsten sind – reichen aus, um den Korallen eine spürbare Verschnaufpause zu verschaffen. Über einen Schlauch wird direkt Luft direkt an den Riffboden gepumpt, von wo sie dann emporsteigt. Für eine großflächige Anwendung eignet sich die Methode freilich nicht, denn das dem Wasser per Bläschen-Taxi entzogene CO2 landet schlussendlich in der Atmosphäre (wo es nur wieder die Erderwärmung und damit die gefürchtete Korallenbleiche antreiben würde). An ausgesuchten Stellen aber, nämlich dort wo Korallenriffe wertvolle Aufgaben für Meeresbiologie, Küstenschutz und Fischerei erfüllen, könnte es gewinnbringend angewendet werden.