Schlank durch Schokolade – die Reaktionen der Medien

Eine süße Nachricht, durch eine wissenschaftliche Studie belegt: Schokolade macht schlank! Jetzt wurde bekannt, dass das Ganze ein Fake war. Medien weltweit waren dem Schwindel aufgesessen und stellen die Ente jetzt richtig – mal amüsiert, mal verärgert (The Globe and Mail; Los Angeles Times; The Globe and Mail). Was bleibt, ist die Auseinandersetzung mit dem „Wissenschaftsmüll“ in den Medien – womit die Aktion der ARTE-Journalisten ihr Ziel erfüllt hat! 

Manche Medien begnügen sich mit einem simplen Bericht über den Fake (SlateMeedia.deSydney Morning Herald; Cink), andere treiben die Analyse einen Schritt weiter. So stellt die Süddeutsche Zeitung die Glaubwürdigkeit mancher journalistischen Berichterstattung infrage, während die Frankfurter Allgemeine Zeitung die Gutgläubigkeit der Massen bei angeblichen Wunderrezepten kritisiert.

Roger Pielke Jr. liefert in der britischen Tageszeitung The Guardian einen historischen Überblick über Wissenschaftslügen und will damit aufzeigen, dass schon viel Nonsens im Namen der Wissenschaft veröffentlicht wurde. Die Schuld daran gibt er der „Über-Objektivität“. Und weil Journalisten komplexe wissenschaftliche Probleme gerne herunterbrechen, gehen außerdem viele kontextuelle Informationen verloren. Anstatt zwischen „richtig“ oder „falsch“ zu wählen, müsste manchmal auch ein „kommt darauf an“ zulässig sein: Schokolade hat eben nicht bei allen die gleiche Wirkung.

Robin Cornet von RTBF online nutzt den Anlass, um die schlechte Qualität vieler Studien anzuprangern: pseudowissenschaftliche Erkenntnisse als Gratiswerbung für Gesundheitsgurus und Lebensmittelindustrie.