Sicherheit auf See: Immer größere Schiffe - immer mehr Unfälle?

 


Im Schiffbau werden heute von den Konstrukteuren Superlative verlangt – nicht nur in Bezug auf die Größe des Schiffs, sondern vor allem auch in Sachen Sicherheit und Effizienz. Das gilt sowohl für Container- als auch für Kreuzfahrtschiffe. 80 bis 90 Prozent aller Schiffsunglücke haben ihre Ursache in menschlichem Versagen. Um dies zu vermeiden, herrscht auf der Schiffsbrücke die sogenannte Closed Loop Communication - die mündliche Rückversicherung der Kommandos des Kapitäns durch seinen ersten Offizier. Auch aufseiten der Ingenieure sollen neue Entwicklungen und Maßnahmen dazu beitragen, die Schifffahrt sicherer zu machen. So herrscht seit 2009 die Regelung Safe Return to Port, also die „sichere Rückkehr zum Hafen“, für Neubauten. Diese wurde von der Internationalen Schifffahrtsorganisation (IMO) implementiert und folgt dem Motto: Das Schiff ist das beste Rettungsboot. Kreuzfahrtschiffe sollen technisch also so ausgerüstet werden, dass sie nach einem Brand oder einer Kollision mit Wassereinbruch immer den nächsten Hafen erreichen können. Aber auch für den Fall, dass eine Evakuierung unumgänglich ist, gibt es innovative Methoden zur Simulation von Fluchtwegen sowie neuartige komplexe Containersysteme, die anstelle von Rettungsbooten eingesetzt werden sollen. In der Containerschifffahrt herrscht eine andere Devise: Hier ist es wichtig, im Brandfall eine möglichst schnelle Evakuierung der Crew vom Schiff zu ermöglichen. Dazu stellt die norwegische Firma Norsafe ihre Freifallboote vor, die die Besatzung eines Schiffs in kürzester Zeit aus einer Höhe von etwa 40 Metern ins Wasser befördern können. In der Dokumentation werden neue Entwicklungen und Standards im Bereich der Schiffsicherheit präsentiert und gezeigt, welche Lehren die Schiffsentwickler aus den Unglücken der Vergangenheit gezogen haben. Dokumentation von Andrea Hauner (Deutschland 2014, 53 Min)