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Soziales Unternehmertum in Europa

Aktualisiert am: 11 März 2014

Laut Europäischer Kommission ist aktuell eines von vier in Europa gegründeten Unternehmen ein "Sozialunternehmen". Soziale Unternehmen zeichnen sich durch Innovationsbereitschaft, Produktivität und Wettbewerbsfähigkeit aus, was auf den hohen persönlichen Einsatz ihrer Mitarbeiter und ihre häufig sehr guten Arbeitsbedingungen zurückzuführen ist. Die Kommission will die Entwicklung solcher Unternehmen nun gezielt fördern und hat Entscheidungsträger, Unternehmer und Investoren zu einer 2-tägigen Veranstaltung in Straßburg am 16. und 17. Januar geladen. ARTE Future ist vor Ort.

Europäische Diskussionsveranstaltung zum sozialen Unternehmertum

  • Forum Soziales Unternehmertum

    Forum Soziales Unternehmertum

    4 min

In Straßburg fand am 16. und 17. Januar die Diskussionsveranstaltung „Sozialunternehmer/-innen: Ihre Meinung zählt!“ zum sozialen Unternehmertum in Europa statt. Mehr Informationen gibt es auf der Seite der Europäischen Kommission.

  • soziales Unternehmertum
  • Europäische Kommission
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Infografik

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Sozialunternehmen in der Praxis

  • Soziales Unternehmertum in der Praxis

    Soziales Unternehmertum in der Praxis

    2 min

In den "Jardins de la Montagne Verte", einem Sozialunternehmen in Straßburg, wird das ganze Jahr über Bio-Gemüse angebaut. Langzeitarbeitslose können hier eine Ausbildung zum Gärtner machen.

  • soziales Unternehmertum
  • Jardins de la montagne verte

"In der Krise müssen neue Lösungen gefunden werden"

  • Social Entrepreneurship: Interview mit Hugues Sibille

    Social Entrepreneurship: Interview mit Hugues Sibille

    3 min

Hugues Sibille ist Präsident von "Avise", einer französischen Agentur, die die Entwicklung von Sozialunternehmen unterstützt. Er beantwortet unsere Fragen zur Zukunft des sozialen Unternehmertums.

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Sozialunternehmen in Europa: Interview

  • Soziales Unternehmertum : Interview mit Michel Barnier

    Soziales Unternehmertum : Interview mit Michel Barnier

    1 min

10% der europäischen Unternehmen folgen bereits den Prinzipien sozialen Unternehmertums. Welche Rolle spielen sie angesichts steigender Arbeitslosenzahlen in Europa? Interview mit Michel Barnier, EU-Kommissar für Binnenmarkt und Dienstleistungen.

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Die Sozial- und Solidarwirtschaft, ein neuer Wirtschaftssektor

Um auf die Krise in Europa zu reagieren, scheinen neue wirtschaftliche und soziale Modelle erforderlich. In vielen Ländern lässt sich das Aufkommen eines neuen Wirtschaftssektors beobachten: die Sozial- und Solidarwirtschaft.

Ein vorteilhaftes Konzept

Jedes vierte in der EU neu gegründete Unternehmen folgt dem Geschäftsmodell des "Social Entrepreneurship". Im Mittelpunkt dieser neuen Unternehmen steht nicht der finanzielle Gewinn, was zahlreiche Vorteile mit sich bringt: Aufgrund des sozialen oder solidarischen Unternehmensziels fühlen sich Mitarbeiter oft wohler bei der Arbeit, weil sie etwas für die Gemeinschaft tun. Sozialunternehmen verzeichnen halb so viele Krankentage und weniger Kündigungen als herkömmliche Firmen. Dadurch werden erhebliche Kosten eingespart.

Sozialunternehmen stehen zahlreiche Fördermöglichkeiten zur Verfügung: Sie können regionale oder europäische Subventionen, aber auch Finanzierungsvorteile wie Mikrokredite oder unverzinste Darlehen in Anspruch nehmen. Manche Banken, wie die Sparkasse oder der "Crédit Mutuel" in Frankreich, bieten außerdem niedrig verzinste Darlehen an.

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Ein Konzept, das Schule macht

Die Sozial- und Solidarwirtschaft macht heute 10 %  des durchschnittlichen BIPs der EU aus. In Frankreich hat sie inzwischen eine eigene Fakultät, die "Faculté libre d’études politiques et en économie solidaire" in Bourg-la-Reine.

Die EU-Kommission möchte sich an der Schaffung eines günstigen Umfelds für die weitere Entwicklung des Social Entrepreneurships beteiligen. Am 16. und 17. Januar findet in Straßburg die EU-Veranstaltung "Ihre Meinung zählt!" zum Sozialunternehmertum statt. Das Forum bringt die Akteure der Sozialwirtschaft zusammen, um diesen neuen Sektor bekannter zu machen und um über die Probleme zu diskutieren, mit denen Social Entrepreneurs konfrontiert sind.  

Ein verbesserungsfähiges Konzept

Die erklärten Ziele dieser beiden Symposiumstage sind: Herausarbeitung der künftigen Prioritäten, Schaffung eines innovativen und partizipativen Umfelds (insbesondere durch Vergabe von Mikrokrediten), Verbesserung der Sichtbarkeit der Sozialunternehmen durch die Etablierung von Labels und Zertifizierungen, Stärkung der branchenübergreifenden Zusammenarbeit zwischen den Schlüsselakteuren in Europa.

Außerdem soll das Forum die Gelegenheit bieten, um die Fehler im System zu erörtern. Zum Beispiel in den Vereinen oder Genossenschaften, wo nicht immer ideale Arbeitsbedingungen herrschen und Arbeitszeiten mehr als flexibel sind. Dabei handelt es sich zum Teil auch um staatliche Einrichtungen. Das Sozialunternehmertum hat auch seine Schattenseiten!

Was ist ein Sozialunternehmen?

Sozialunternehmen verfolgen ein gemeinnütziges Ziel (sozial, gesellschaftlich oder umweltbezogen) und sind nicht gewinnorientiert. Sie sind häufig innovativ und bieten Beschäftigungsmöglichkeiten für die schwächsten Glieder der Gesellschaft (Arbeitslose, Menschen mit Behinderungen usw.). So tragen sie zum gesellschaftlichen Zusammenhalt sowie zur Verringerung von Arbeitslosigkeit und sozialen Ungleichheiten bei.

Beispiel: 2004 entstand in Frankreich ein Unternehmen mit dem innovativen Konzept einer wasserfreien Autowaschanlage, die biologisch abbaubare Produkte verwendet und unqualifizierte oder gar sozial ausgegrenzte Mitarbeiter beschäftigt. 

Von David Arnold

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