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Cannabis auf Rezept?

Aktualisiert am: 22 April 2014

Cannabis wirkt antibiotisch, beruhigend, schmerzhemmend und appetitanregend, es wird in Deutschland mit Ausnahmegenehmigung vor allem bei schwer kranken Menschen eingesetzt, die an chronischen Schmerzen, Multipler Sklerose, Krebs- oder HIV-Erkrankungen leiden. Nach wie vor sind die Hürden für Kranke, auf legalem Weg an Cannabis zu gelangen, immens hoch. Und leider hat Cannabis auch unerwünschte Wirkungen wie Schwindel, Gedächtnisverlust, Konzentrations- und Wahrnehmungsstörungen. Wo steht die Forschung? Welche Wirkstoffe könnten demnächst gefahrlos in Arzneimitteln verwendet werden? In der neuen dreiteiligen Serie von ARTE Future, die von der Community angeregt wurde, kommen Patienten, Wissenschaftler und Politiker zu Wort. Erster Teil: Der Alltag der Patienten

Cannabis auf Rezept? Die Webserie

In der dreiteiligen Serie von ARTE Future, die von der Community angeregt wurde, kommen Patienten, Wissenschaftler und Politiker zu Wort. Zweiter Teil: Wo steht die Wissenschaft?

Erster Teil: Der Alltag der Patienten

Zweiter Teil: Wo steht die Wissenschaft? 

Dritter Teil: Cannabis als Medizin: die Rechtslage in Europa

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Credits: Laure Siegel (Regie), Chloé Michelon (Co-Regie/ Kamera), Dominique Pichard (Co-Regie/ Kamera),  Bartosch Salmanski (Kamera), Anne-Laure Wittmann (Kamera/ Schnitt), Mathieu Garcia (Grafik), Mickaël Kubiszyn (Musik)

Produktion: Cédric Bonin / Seppia

  • Cannabis
  • Medikament

Cannabis als Arzneimittel?

  • VIDEO INTRO

    Cannabis als Arzneimittel ?

    Freitag, 1. November um 00:00 Uhr (2 min)

  • Cannabis

Der weite Weg zum Medikament

Rund 30 % der Multiple-Sklerose-Patienten in Frankreich nehmen Cannabis, um ihre Schmerzen zu lindern. Der Wirkstoff hilft aber auch bei Krebs, AIDS, Hepatitis, Tourette-Syndrom, Myopathie oder Darmerkrankungen. Viele Patienten – und auch immer mehr Ärzte und Wissenschaftler – aus der ganzen Welt stellen fest, dass viele Symptome mit Hilfe von Cannabis-Medikamenten gelindert oder das Fortschreiten der Krankheit verlangsamt werden kann. Leider hat das Mittel aber auch unerwünschte Wirkungen wie Schwindel, Gedächtnisverlust, Konzentrations- und Wahrnehmungsstörungen. Bei der gegenwärtigen Forschung geht es deshalb vor allem darum, diese zu identifizieren und zu beseitigen, damit der Wirkstoff der Hanfpflanze in Arzneimitteln verwendet werden kann.

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Bedrocan

Einige europäische Länder haben den Schritt in die Medizin bereits gewagt: In den Niederlanden unterstützt der Staat seit über zehn Jahren die Herstellung und den Vertrieb von Cannabis-Medikamenten. In der Tschechischen Republik wurde im Frühjahr 2012 ein Gesetz zur Strafbefreiung erlassen und in Spanien führen Mediziner klinische Tests mit Krebspatienten durch. In Frankreich wird das Spray 'Sativex' mit dem Wirkstoff von synthetisiertem Cannabis vermutlich in wenigen Monaten zugelassen, nachdem die Substanz 1953 aus dem Französischen Arzneibuch gestrichen wurde. Auch in anderen Ländern ist das Thema brandaktuell. In Belgien üben engagierte Befürworter konstanten Druck auf die Regierung aus, ähnlich in der Schweiz oder in Österreich, wo seit Jahren auf eine Gesetzesänderung gedrängt wird. In Deutschland ist Sativex, wenn auch extrem teuer, bereits seit 2011 in der Apotheke erhältlich. Ende September fand in Köln eine internationale Cannabinoid-Konferenz statt, bei der sich Experten über die Zukunft ihres Forschungsgebiets ausgetauscht haben. In Israel oder Kanada ist der Einsatz von Cannabis-Medikamenten bereits legal.

 

Legalisierung von Cannabis, aktueller Forschungsstand, Interessen der Pharmaindustrie, politische Schwierigkeiten – wo genau stehen wir heute? In der dreiteiligen Reihe von ARTE Futur kommen Patienten, Wissenschaftler und Politiker zu Wort.

  • Cannabis

Wie wirkt Cannabis?

 

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  • Cannabis
  • Cannabinoide
  • Medikament

Der Alltag der Patienten

  • #1 : VIDEO - DES MALADES TEMOIGNENT

    Cannabis auf Rezept - der Alltag der Patienten

    Freitag, 1. November um 00:00 Uhr (7 min)

Diese Patienten haben Eines gemeinsam: Weil sie die Nebenwirkungen von Opioiden schlecht vertragen, greifen sie zusätzlich auf Cannabis zurück.

Martina Kafkova, die wir beim Cannafest in Prag getroffen haben, leidet an Multipler Sklerose und raucht vier Joints am Tag – das Cannabis lindert ihre Muskelschmerzen. Auch Alexandre aus Montréal hat endlich etwas gefunden, was ihm wirklich hilft. Der hyperaktive französische Ingenieur lebt mittlerweile in Kanada, weil er hier problemlos die Cannabinoid-Medikamente bekommt, die ihm ein halbwegs „normales“ Leben ermöglichen. Der an Epilepsie erkrankte Mihail Sandev leitet das „Montreal compassion centre“, hier können sich Patienten über die Medikamente informieren und diese auf Rezept bestellen. In Frankreich kämpft Bertrand Rambaud schon seit vielen Jahren gegen Ungerechtigkeit in der Medizin gerade für chronisch Kranke. Er selbst ist seit über zwanzig Jahren HIV-positiv und organisiert an der Universität Straßburg momentan ein internationales Kolloquium zur medizinischen Verwendung von Cannabis.  Dominique Loumachi leidet seit seiner Kindheit an einer seltenen Form von Myopathie. Weil er sich selbst mit Cannabis behandelt hatte, verurteilte ihn ein Gericht in Belfort wegen des Verstoßes gegen das Suchtmittelgesetz.

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Credits: Laure Siegel (Regie), Chloé Michelon (Co-Regie/ Kamera), Dominique Pichard (Co-Regie/ Kamera),  Bartosch Salmanski (Kamera), Anne-Laure Wittmann (Kamera/ Schnitt), Mathieu Garcia (Grafik), Mickaël Kubiszyn (Musik)

  • Cannabis