Unterwasser-Archäologie: tiefere Einsichten dank Tauchroboter

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Ein Tiefseetaucher? Eine Meerjungfrau? Weit gefehlt! OceanOne ist ein humanoider Roboter, hergestellt, um in der Tiefsee nach archäologischen Schätzen zu suchen. Seine Schöpfer von der Universität Stanford (USA) haben ihn zu diesem Zweck mit einer ganz besonderen Haptik ausgestattet: Berühren seine Hände ein Objekt auf dem Meeresboden, wird das Signal direkt an einen Archäologen an der Wasseroberfläche weitergegeben, und der kann über motorisierte Joysticks dann weitertasten, als wäre er selbst. Technische Unterstützung dieser Art bei Grabungen in großer Tiefe ist unersetzlich, denn schon ab circa 100 Meter wird es für den Menschen gefährlich, noch dazu wenn er kein erfahrener Taucher ist, sondern Wissenschaftler im Auftrag der Archäologie.

Für OceanOne allerdings ist das alles kein Problem: Mühelos schafft der Roboter es sogar bis in 2 000 Meter Tiefe. Begleitet wird er auf seinen Tauchgängen von Léonard, einem ferngesteuerten Unterwasserfahrzeug, das vom Labor für Informatik, Robotik und Mikroelektronik Montpellier (LIRMM – CNRS/Universität Montpellier) entwickelt wurde. "Léonard ist am Versorgungskabel von OceanOne befestigt", erklärt Vincent Creuze vom LIRMM. "Er schwimmt einige Meter oberhalb des Roboters und ermöglicht dem Piloten von OceanOne so einen Blick auf den Humanoiden und seine unmittelbare Umgebung. Dazu kann er als Lichtquelle dienen und stabilisiert das Versorgungskabel." Die beiden Roboter ersetzen zwar nicht die Menschen, die sie steuern, aber sie eröffnen der Wissenschaft neue Möglichkeiten – dort wo der Körper ihrer hellsten Köpfe an seine Grenzen stößt. #WTFact