Vertrauen ist die Grundlage von Schimpansen-Freundschaften

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Dass Schimpansen untereinander Freundschaften schließen, wusste man bereits. Wie das passiert und warum, war bisher weniger bekannt. Einen Bezug zum Teilen von Nahrung etwa hatte man schon hergestellt. Nun haben Forscher des Max-Planck-Instituts für evolutionäre Anthropologie in Leipzig weiteres Licht in das Dunkel der Affenbeziehungen geworfen. Ihre Erkenntnis: Wie beim Menschen, so beruhen auch Schimpansen-Freundschaften auf gegenseitigem Vertrauen. "Von einem evolutionären Standpunkt aus betrachtet, ist Vertrauen eine hochdiffizile Sache, denn es impliziert immer schon das Risiko fehlender Gegenseitigkeit, oder sogar von Betrug auf der Gegenseite", erklären Jan Engelmann und Esther Herrmann. Fünf Monate lang beobachteten die Forscher in Kenia eine Affengruppe unter diesem Blickwinkel. "Eine der möglichen Lösungen für das Grundproblem ist es, starke affektive Bindungen aufzubauen, aus denen dann Vertrauen erwachsen kann." Um ihre Hypothese zu prüfen, stellten Engelmann und seine Kollegen die Freundschaft der Affen auf die Probe: In einem "Vertrauensspiel" mussten einzelne Tiere entscheiden, ob sie ihrem Gegenüber eine Leckerei zukommen lassen wollten, in der Hoffnung natürlich – d. h. korrekt: im VERTRAUEN! –, davon etwas abzubekommen; oder aber sie ließen sich gleich selbst einen Snack servieren, der  allerdings weniger lecker war als der für den anderen. Das Ergebnis: Befreundete Tiere schenkten sich sehr viel häufiger Vertrauen als nicht befreundete! In einem zweiten Schritt wollen die Primatologen nun herausfinden, ob Großaffen sich auch gegenseitig Beistand leisten. Beim Menschen soll das ja bisweilen vorkommen…